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          15 hours ago

          Meiner (norddeutschen) Meinung nach ist das die einzig richtige Schreibweise. Oder gibt es irgend jemanden, der tatsächlich gucken [ɡʊkn̩] sagt?

          • CyberEgg@discuss.tchncs.de
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            14 hours ago

            Aussprache und Schreibweise sind auch in Norddeutschland zwei verschiedene Dinge. Oder schreibst du es “Niwo”, sprichst es hinter langen is mit etc?

            • optional@feddit.org
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              14 hours ago

              Niveau ist ein Fremdwort, für das andere Regeln gelten als für urdeutsche Worte wie kucken. ie ist ein fest stehender Digraph für [i], genau so wie z.B. ch. ie wird nicht bei einem Wort plötzlich als [j] oder [ɪɛ] gesprochen, ebenso wie ch nicht [t͡sh] gesprochen wird. Außer gucken wirst Du kein anderes deutsches Wort finden, bei dem g wie k ausgesprochen wird.

              Bisher ist Deutsch größtenteils eine phonetische Sprache. D.h. man kann an einem geschrieben Text ziemlich sicher die richtige Aussprache erkennen. Wir wollen ja nicht, dass Deutsch so wird, wie (Gott bewahre) Angelsächsisch, wo es über 10 verschiedene Möglichkeiten gibt ough auszusprechen.

              • Lumidaub@feddit.org
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                13 hours ago

                Majonäse.

                Edit:

                Wiktionary:

                Die Schreibweise Majonäse ist seit 2017 nicht mehr im Wörterverzeichnis des Rates für deutsche Rechtschreibung aufgeführt, sondern einzig die Schreibweise Mayonnaise. Sie kommt aber weiterhin vor.

                WAS.

              • Zwiebel@feddit.org
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                13 hours ago

                Fremdworte sind keine Ausrede, Keks und Portmonee haben wir ja auch eingedeutscht!

                • optional@feddit.org
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                  11 hours ago

                  Richtig, wenn Worte lange und intensiv gebraucht werden, werden sie irgendwann eingedeutscht. Bei Portemonnaie ist der Prozess noch im Gange, die eingedeutschte Schreibweise hat sich noch nicht überall durchgesetzt, ich würde sogar behaupten, dass die französische Variante noch die verbreitetere ist. Bei Keks ist die Eindeutschung schon abgeschlossen, so dass auch die Flexion den Deutschen Grammatikregeln folgt. Wir sagen z.B. ein Keks und zwei Kekse und nicht ein Kek* und zwei Keks*. Vielleicht schreiben wir in 200 Jahren auch ganz selbstverständlich Niwo und Niwoe.

              • CyberEgg@discuss.tchncs.de
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                12 hours ago

                Gucken ist halt einfach eine Ausnahme. Unregelmäßigkeiten und Variationen sind schlicht Teil jeder Sprache, die man nicht unbedingt glattbügeln muss oder sollte.

                V wird manchmal wie f und manchmal wie w ausgesprochen, ch hat drei mögliche Aussprachen, den Landesnamen Libyen sprechen die meisten “Lübijen” aus usw.

                • optional@feddit.org
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                  11 hours ago

                  V ist ein gutes Beispiel. Das wird nämlich nur bei Fremdwörtern als [v] ausgesprochen. Bei Worten germanischen Ursprungs wird es hingegen immer als [f] gesprochen. Und auch bei den Fremdwörtern setzt sich die Aussprache [f], die der deutschen Phonetik entspricht nach und nach durch, so dass wir z.B. [fɛʁs] und nicht [vɛʁs] sagen, obwohl es aus dem Lateinischen stammt. Schon die Grimms haben festgestellt, dass einer von beiden Buchstaben (f und v) eigentlich überflüssig ist. Vielleicht schaffen wir das V ja mit der nächsten Rechtschreibreform endlich ab, und schreiben dann Fogel und Wase. Ich wäre dafür. Ob man ch [χ], [​ç​] oder [k] ausspricht folgt einer festen Regel, abhängig vom vorigen Vokal und einem ggf. folgenden s. Libyen ist ja nun eindeutig ein Fremdwort, daher auch die Verwirrung.

                  Was Unregelmäßigkeiten und Variationen hast Du natürlich Recht. Ich bin ein großer Freund des Dialekts und der Umgangssprache. Und jede soll sprechen, wie ihr der Schnabel gewachsen ist. Und wenn jemand auf Sächsisch [​​ɡʉ​ɡn] sagt, kann sie auch gerne guggn schreiben.​ Aber die Standardsprache, sollten wir uns schon an gewisse Regeln halten und die Ausnahmen auf das nötigste beschränken, das macht es für Fremdsprachlerinnen deutlich einfacher unsere, ohnehin schon ziemlich komplizierte, Sprache zu lernen.