V ist ein gutes Beispiel. Das wird nämlich nur bei Fremdwörtern als [v] ausgesprochen. Bei Worten germanischen Ursprungs wird es hingegen immer als [f] gesprochen. Und auch bei den Fremdwörtern setzt sich die Aussprache [f], die der deutschen Phonetik entspricht nach und nach durch, so dass wir z.B. [fɛʁs] und nicht [vɛʁs] sagen, obwohl es aus dem Lateinischen stammt. Schon die Grimms haben festgestellt, dass einer von beiden Buchstaben (f und v) eigentlich überflüssig ist. Vielleicht schaffen wir das V ja mit der nächsten Rechtschreibreform endlich ab, und schreiben dann Fogel und Wase. Ich wäre dafür. Ob man ch [χ], [ç] oder [k] ausspricht folgt einer festen Regel, abhängig vom vorigen Vokal und einem ggf. folgenden s. Libyen ist ja nun eindeutig ein Fremdwort, daher auch die Verwirrung.
Was Unregelmäßigkeiten und Variationen hast Du natürlich Recht. Ich bin ein großer Freund des Dialekts und der Umgangssprache. Und jede soll sprechen, wie ihr der Schnabel gewachsen ist. Und wenn jemand auf Sächsisch [ɡʉɡn] sagt, kann sie auch gerne guggn schreiben. Aber die Standardsprache, sollten wir uns schon an gewisse Regeln halten und die Ausnahmen auf das nötigste beschränken, das macht es für Fremdsprachlerinnen deutlich einfacher unsere, ohnehin schon ziemlich komplizierte, Sprache zu lernen.
Auf V bin ich hauptsächlich gekommen, weil es das prominenteste Beispiel eines ähnlichen Falls wie “gucken” ist. Lustigerweise geht es dabei ebenfalls um Norddeutschland.
Es gibt die Städte Jever und Zeven. Beide Namen spricht man eigentlich mit dem f-Laut für das V aus, aber außerhalb Nordwestdeutschlands, sogar in der berühmten Bierwerbung, wird das V mit einem w-Laut gesprochen. Bitte ändert jetzt nicht die Städtenamen, nur weil kaum jemand sie richtig ausspricht.
Darüber hinaus finde ich die Bezeichnung von deutschen Begriffen als “Fremdworte”, nur weil sie keinen germanischen Sprachstamm aufweisen, kritisch bis schwierig. Das impliziert einen gewissen “Reinheitsgrad”. Man kann natürlich untersuchen, wie sich die Rechtschreibung neu eingedeutschter Begriffe entwickelt, aber “Vase” als Fremdwort zu deklarieren… Uff.
Ansonsten müsstest du z.B. auch die Begriffe “Meer” und “See” wieder sinnvertauscht verwenden (wie es in Norddeutschland durchaus nicht unüblich ist).
Ansonsten müsstest du z.B. auch die Begriffe “Meer” und “See” wieder sinnvertauscht verwenden (wie es in Norddeutschland durchaus nicht unüblich ist).
Ganz im Gegenteil. Ich bin ja gerade ein Proponent des Sprachwandels und kein Konservator. Ich bin froh, dass wir Vasen sagen und nicht französisch Vases, so wie es bei einem “weniger” integrierten Wort üblich wäre. Und wenn ein relevanter Anteil der Deutschsprecherinnen anfangen würde [ɡʊkn̩] zu sagen (oder das in Süddeutschland möglicherweise sogar schon tun), hätte ich auch kein Problem damit die Schreibung dahingehend zu ändern. Aber so wie es im Moment ist, müssen jedes Jahr Millionen Schülerinnen lernen, dass [ɡ] g geschrieben wird, außer bei diesem einen Wort. Statt dass einfach alle Leute anfangen das Wort “richtig” zu schreiben und damit den Sprachwandel sinnvoll vorantreiben.
Im übrigen will ich überhaupt niemandem vorschreiben, wie sie zu sprechen oder zu schreiben hat, ich bin ja kein Deutschlehrer. Ich finde es nur kurios, dass einige Leute hier offenbar die “richtige” Schreibweise von kucken nicht nur nicht kennen, sondern auch nicht verstehen, wenn sie sie sehen.
Franconofurd, ich meine Frankinfort, nein Franckfort, äh Franckfurth hat im Laufe der Jahrhunderte übrigens auch mehrmals seine Schreibung geändert, ehe es zu dem Frankfurt wurde, dass wir heute kennen. Hoffen wir nur, dass die dort ansässige Brauerei nicht auf die Idee kommt, irgendwann Werbung für Wrankwurter Bier zu machen.
Beide Namen spricht man eigentlich mit dem f-Laut für das V aus, aber außerhalb Nordwestdeutschlands, sogar in der berühmten Bierwerbung, wird das V mit einem w-Laut gesprochen.
Ich würde behaupten, dass die Bierwerbung eigentlich der Hauptgrund ist. Kaum jemand denkt je an Jever, wenn er nicht in der Region wohnt oder halt das Bier meint. Sagt ja auch keiner “Wilhelmshawen”. Wenn die Bierwerbung das stattdessen richtig aussprechen würde, wäre “Jefer” dominant.
V ist ein gutes Beispiel. Das wird nämlich nur bei Fremdwörtern als [v] ausgesprochen. Bei Worten germanischen Ursprungs wird es hingegen immer als [f] gesprochen. Und auch bei den Fremdwörtern setzt sich die Aussprache [f], die der deutschen Phonetik entspricht nach und nach durch, so dass wir z.B. [fɛʁs] und nicht [vɛʁs] sagen, obwohl es aus dem Lateinischen stammt. Schon die Grimms haben festgestellt, dass einer von beiden Buchstaben (f und v) eigentlich überflüssig ist. Vielleicht schaffen wir das V ja mit der nächsten Rechtschreibreform endlich ab, und schreiben dann Fogel und Wase. Ich wäre dafür. Ob man
ch[χ], [ç] oder [k] ausspricht folgt einer festen Regel, abhängig vom vorigen Vokal und einem ggf. folgenden s. Libyen ist ja nun eindeutig ein Fremdwort, daher auch die Verwirrung.Was Unregelmäßigkeiten und Variationen hast Du natürlich Recht. Ich bin ein großer Freund des Dialekts und der Umgangssprache. Und jede soll sprechen, wie ihr der Schnabel gewachsen ist. Und wenn jemand auf Sächsisch [ɡʉɡn] sagt, kann sie auch gerne guggn schreiben. Aber die Standardsprache, sollten wir uns schon an gewisse Regeln halten und die Ausnahmen auf das nötigste beschränken, das macht es für Fremdsprachlerinnen deutlich einfacher unsere, ohnehin schon ziemlich komplizierte, Sprache zu lernen.
Auf V bin ich hauptsächlich gekommen, weil es das prominenteste Beispiel eines ähnlichen Falls wie “gucken” ist. Lustigerweise geht es dabei ebenfalls um Norddeutschland.
Es gibt die Städte Jever und Zeven. Beide Namen spricht man eigentlich mit dem f-Laut für das V aus, aber außerhalb Nordwestdeutschlands, sogar in der berühmten Bierwerbung, wird das V mit einem w-Laut gesprochen. Bitte ändert jetzt nicht die Städtenamen, nur weil kaum jemand sie richtig ausspricht.
Darüber hinaus finde ich die Bezeichnung von deutschen Begriffen als “Fremdworte”, nur weil sie keinen germanischen Sprachstamm aufweisen, kritisch bis schwierig. Das impliziert einen gewissen “Reinheitsgrad”. Man kann natürlich untersuchen, wie sich die Rechtschreibung neu eingedeutschter Begriffe entwickelt, aber “Vase” als Fremdwort zu deklarieren… Uff.
Ansonsten müsstest du z.B. auch die Begriffe “Meer” und “See” wieder sinnvertauscht verwenden (wie es in Norddeutschland durchaus nicht unüblich ist).
Ganz im Gegenteil. Ich bin ja gerade ein Proponent des Sprachwandels und kein Konservator. Ich bin froh, dass wir Vasen sagen und nicht französisch Vases, so wie es bei einem “weniger” integrierten Wort üblich wäre. Und wenn ein relevanter Anteil der Deutschsprecherinnen anfangen würde [ɡʊkn̩] zu sagen (oder das in Süddeutschland möglicherweise sogar schon tun), hätte ich auch kein Problem damit die Schreibung dahingehend zu ändern. Aber so wie es im Moment ist, müssen jedes Jahr Millionen Schülerinnen lernen, dass [ɡ]
ggeschrieben wird, außer bei diesem einen Wort. Statt dass einfach alle Leute anfangen das Wort “richtig” zu schreiben und damit den Sprachwandel sinnvoll vorantreiben.Im übrigen will ich überhaupt niemandem vorschreiben, wie sie zu sprechen oder zu schreiben hat, ich bin ja kein Deutschlehrer. Ich finde es nur kurios, dass einige Leute hier offenbar die “richtige” Schreibweise von kucken nicht nur nicht kennen, sondern auch nicht verstehen, wenn sie sie sehen.
Franconofurd, ich meineFrankinfort, neinFranckfort, ähFranckfurthhat im Laufe der Jahrhunderte übrigens auch mehrmals seine Schreibung geändert, ehe es zu dem Frankfurt wurde, dass wir heute kennen. Hoffen wir nur, dass die dort ansässige Brauerei nicht auf die Idee kommt, irgendwann Werbung für Wrankwurter Bier zu machen.Ich würde behaupten, dass die Bierwerbung eigentlich der Hauptgrund ist. Kaum jemand denkt je an Jever, wenn er nicht in der Region wohnt oder halt das Bier meint. Sagt ja auch keiner “Wilhelmshawen”. Wenn die Bierwerbung das stattdessen richtig aussprechen würde, wäre “Jefer” dominant.