[…]

Mit dem Urteil werde anerkannt, “dass die Tech-Unternehmen mit ihren süchtig machenden Algorithmen das Leben ihrer Nutzerinnen und Nutzer ruinieren”, sagte Reichinnek am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Notwendig sei nun “ein vollständiges Verbot genau dieser Algorithmen”. Verstöße müssten mit empfindlichen Geldstrafen geahndet werden.

[…]

  • zitronenschnitte@feddit.org
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    4 days ago

    Ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche lehnt Reichinnek aber weiterhin ab: Dieses würde “absolut nichts an diesen destruktiven Geschäftspraktiken” der Plattformen ändern. “Die Debatte lenkt nur davon ab, dass die mediale Macht von Überreichen schwerwiegende negative Folgen für uns alle hat.”

    Finde ich gut. Social media verbot an sich ist nicht zielführend. Insbesondere nur beschränkt auf Jugendliche. Klar, trifft es die noch mal härter, aber die mechanismen treffen alle. Also warum nicht für alle besser machen. Viel social ist ja gefühlt auch nicht mehr übrig in Social media.

    Bei Lootboxen hat es ja auch geklappt, dass sie verschwinden statt die Spiele zu verbieten.

    • einkorn@feddit.org
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      4 days ago

      Bei Lootboxen hat es ja auch geklappt, dass sie verschwinden statt die Spiele zu verbieten.

      Habe ich was verpasst?

      • unexposedhazard@discuss.tchncs.de
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        4 days ago

        Die schlimmsten arten ja und es gibt nun regeln was in game währung an geht. Es müsses nun alle preise in real währung angezeigt werden anstatt in irgendwelchen coins die man umrechnen muss.

  • SapphireSphinx@feddit.orgOP
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    4 days ago

    Soweit ich das überblicke ist das die erste Spitzem-Politikerin die da zumindest im Ansatz was vernünftiges sagt oder ist mir das von CDU/CSU/SPD/Grünen nur nicht bekannt?

    Selbst die Grünen haben doch erst vor kurzem noch gesagt, dass ihre Strategie ist, ein sinnloses Verbot für Jugendliche zu erlassen. Oder?

    • plyth@feddit.org
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      4 days ago

      “vollständiges Verbot” der Algorithmen ist besser als Totalüberwachung, aber sie fragt nicht, warum Menschen süchtig werden. Bei Drogen fordert sie hoffentlich nicht das vollständige Verbot sondern die Förderung von Therapieplätzen.

      Nachtrag: Thema der Linken ist doch, ein Land zu schaffen, in dem auch die Unterschicht nicht Realitätsflucht betreiben muss, um glücklich zu sein.

  • Hapankaali@lemmy.world
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    4 days ago

    Ein Verbot gegen „süchtig machenden Algorithmen“ ist eher schwierig in der Praxis zu bringen, da nicht so einfach zu definieren ist was „süchtig machend“ ist.

    Ich würde es eher mit einem Umweg machen. Verbiete schädliche Inhalte wie medische Disinformation und Astroturfing, und fordere sociale Medien diese Inhalten zu bekämpfen (wie Kindermissbrauch). Dann ist es auch unmöglich, diese Inhalte automatisch den Benutzer zu zeigen.

    • CyberEgg@discuss.tchncs.de
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      4 days ago

      Ein Verbot von Algorithmen ist einfacher zu formulieren und umzusetzen als dein Vorschlag. Es geht schließlich nicht nur um Astroturfing und gezielte Desinformation. Problematisch wären z.B. auch die Verbreitung negativer Einstellungen zu Körperbildern, toxische Fixierung auf Geschlechterrollen, u.ä.
      Das kannst du nicht einfach alles verbieten, weil vieles davon einfach genuiner Inhalt ist, der von Usern erstellt und verbreitet wird.
      Ein Verbot von Algorithmen (und dessen Durchsetzung) dagegen würde dafür sorgen, dass man weniger leicht in Contentspiralen gerät, dass Interaction Bait schlechter funktioniert und dass die Betreiber Sozialer Medien nicht mehr so einfach durch gezielte Manipulation der Algorithmen in gesellschaftliche Debatten eingreifen könnten.

      • Obin@feddit.org
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        4 days ago

        Ein Verbot von Algorithmen (und dessen Durchsetzung) dagegen würde dafür sorgen, dass man weniger leicht in Contentspiralen gerät, dass Interaction Bait schlechter funktioniert und dass die Betreiber Sozialer Medien nicht mehr so einfach durch gezielte Manipulation der Algorithmen in gesellschaftliche Debatten eingreifen könnten.

        Darüber hinaus, nehmen wir einmal an, die Algorithmen wären garantiert benevolent und würden dir nur helfen automatisch den tatsächlich “guten” Content zu finden, also keine Desinformation, Hetze usw. Wie soll selbst in diesem Fall jemand, vor allem eine junge Person, je zum mündigen Nutzer werden wenn man ihnen das Denken abnimmt. Was möchte ich sehen? wonach möchte ich suchen? Was interessiert mich? Das sind nicht nur Fragen die einem wertvolle Konsumierungszeit wegnehmen, sondern das ist wichtig, dass sie sich jeder bewusst stellt und beantwortet.

        Tl;dr: Social-Media-Algorithmen sind schlecht, weil sie einem das Denken abnehmen, nicht nur weil sie einen meistens auch noch manipulieren. Weg damit.

      • Hapankaali@lemmy.world
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        4 days ago

        Problematisch wären z.B. auch die Verbreitung negativer Einstellungen zu Körperbildern,

        Hier ist eine Lösung, Medien zu verpflichten ggf. KI-generierte oder manipulierte Bilder deutlich zu kennzeichnen. Z.B. kann man sagen, dass minimal 25% der Oberfläche der Gesamtbilder so eine Warnung sein sollte. Dann gibt es auch eine deutliche Marktimpuls, echte Bilder zu herstellen und benutzen.

        Das kannst du nicht einfach alles verbieten, weil vieles davon einfach genuiner Inhalt ist, der von Usern erstellt und verbreitet wird.

        Ja, aber zum Großteil sind das auch Inhalte, die von echten Usern weiter gegeben werden. Wenn die Quellen nicht mehr da sind, geht das auch nicht mehr.

        • CyberEgg@discuss.tchncs.de
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          4 days ago

          Hier ist eine Lösung, Medien zu verpflichten ggf. KI-generierte oder manipulierte Bilder deutlich zu kennzeichnen.

          Seit wann braucht man manipulierte Bilder, um problematische Inhalte zu verbreiten?

          Ja, aber zum Großteil sind das auch Inhalte, die von echten Usern weiter gegeben werden. Wenn die Quellen nicht mehr da sind, geht das auch nicht mehr.

          Na dann biel Spaß bei der Suche. Nein, du wirst nicht die Quelle dür jeden Scheiß finden und löschen können, den man irgendwo mal gehört haben will. Weil vieles davon auch nach dem Stille-Post-Prinzip verfälscht wird.

          Sorry, dein Ansatz kann nicht funktionieren.

            • CyberEgg@discuss.tchncs.de
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              4 days ago

              Erklär mal, wo und warum das in diesem Fall relevant sein soll.

              Also ernsthaft, einfach so kommentarlos einen Wikipedia-Link zu droppen, erwartest du wirklich, dass du von anderen so verstanden wirst, wie du verstanden werden willst? Sonetwas provoziert nur Missverständnisse und unbeabsichtigte Strohmann-Diskussionen. Etwas mehr Debattenkultur, bitte sehr.

              • Hapankaali@lemmy.world
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                4 days ago

                Entschuldigung, ich dachte, es war schon deutlich.

                Wenn behauptet wird, dass man irgendwas nicht machen sollte, weil es das Problem nicht sofort 100% löst, ist das dieser Nirwana-Fehlschluss. Man sollte nicht argumentieren, dass irgendwas keine perfekte Lösung ist, sondern eine Alternative bieten oder argumentieren warum es besser ist es nicht zu tun.

                Beispiel: Alice behauptet, dass Sicherheitsgurte kein Sinn machen. Es gibt noch immer Opfer im Verkehr.

                Das ist aber ein Fehlschluss. Nur weil es noch immer Opfer gibt, heißt nicht, dass Gurte das Zahl nicht reduzieren. Alice soll argumentieren, warum Gurte mehr Nachteile als Vorteile haben, und / oder bessere Alternativen bringen.

                In diesem konkreten Fall, ist es mir ja schon klar, dass Leute besser informieren über KI-generierten und manipulierten Bilder nicht sofort alle Problemen mit Soziale Medien löst, und wir dann auch nicht sofort alle Kumbaya singen und die Wahlquote der AfD nicht sofort nach 0 senkt. Trotzdem denke ich, dass diese oder ähnliche Maßnahmen beitragen können an Schadensminderung.

                • CyberEgg@discuss.tchncs.de
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                  4 days ago

                  Es ist nicht deutlich, weil der Nirvana-Fehlschluss hier, so wie du ihn beschreibst, nicht zutrifft. Du schlägst keine unperfekte, aber irgendwie im Bereich des Umsetzbaren alternativlose Lösung vor. Dein Vorschlag wird nicht abgelehnt, weil er nicht 100% ist.

                  Ich bezweifle zum Einen die Umsetzbarkeit und zum anderen die Wirksamkeit deines Vorschlags, und obendrauf gibt es Alternativvorschläge, zum Beispiel den, der hier im Artikel genannt und von Heidi Reichinnek gefordert wird. Den du ablehnst, weil er nicht 100%-ig dein Ziel erfüllt (zumindest lese ich deine Kommentare so, berichtige mich gerne, sollte ich dich falsch verstehen).

    • BlueKey@fedia.io
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      4 days ago

      Die Grenze zwischen freier Meinung und Fakenews ist auch nicht einfach definierbar bzw. oft anfechtbar. Bei Astroturfing noch mehr so. Das zu verbieten führt dazu, dass Plattformen mit KI filtern und overblocken. Damit hat man auch gleich Strukturen für staatliche Zensur geschaffen.

      • Hapankaali@lemmy.world
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        4 days ago

        Die Grenze zwischen freier Meinung und Fakenews ist auch nicht einfach definierbar bzw. oft anfechtbar. Bei Astroturfing noch mehr so.

        Wieso denn? Wenn es Boris aus St. Petersburg ist und nicht Markus aus Berlin, dann ist das doch eine klare Sache?

        Das zu verbieten führt dazu, dass Plattformen mit KI filtern und overblocken.

        Würde ich nicht unbedingt traurig um sein…

        Damit hat man auch gleich Strukturen für staatliche Zensur geschaffen.

        Das geht ja schon.

  • Teddy Police@feddit.org
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    4 days ago

    Sie will das richtige, aber das wird so nichts.

    Mit deutschen Gesetzen kriegen wir nur deutsche Firmen (ggf. Firmen mit einer ladungsfähigen Anschrift in Deutschland) reguliert. Das ist im Internet leider (oder zum Glück) einfach die faktische Realität.

    Was materielle Chancen auf Erfolg hätte wäre, eine bessere Alternative anzubieten. Ich denke da an von der Öffentlichkeit finanzierte Vereine, die dezentral und föderierte Socials mit konkurrenzfähigen Feature Sets bereit stellen. Das kann man mit vertretbarem Aufwand mindestens auf EU-Skala betreiben, wenn sich nicht am Ende Shareholder daran bereichern können müssen (was die Kosten halt massiv aufbläht).

    • trollercoaster@sh.itjust.works
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      4 days ago

      In dem Moment, in dem die Firmen in Deutschland oder mit deutschen Firmen Geschäfte machen wollen, werden sie in Deutschland greifbar. Und die ganzen gewerblichen “sozialen Medien” sind nun mal eigentlich ein Teil der Werbeindustrie.

    • AntonMuster@discuss.tchncs.de
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      4 days ago

      An welche Firmen genau denkst du? Der Meta-Konzern ist gut greifbar und auch an tiktok und X kommt man einigermaßen ran. Damit hat man dann schon so 90% der Landschaft abgedeckt. Und falls man wirklich nicht an eine Firma rankommt, deplatformen Google und Apple das ohne Probleme.
      100%-Lösungen gibt es im Internet nicht, aber das sind Konzerne, die Gewinn machen wollten. Ein deutlicher Umsatzeinbruch reich damit die sich an Gesetze halten.

      • poVoq@slrpnk.net
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        4 days ago

        Grundsätzlich ja, zumindestens so lange sie nicht eine billigerere Lösung finden die Gesetze zu umgehen, z.B. die irische Datenschutzbehörde zu unterwandern und bestechen.

        Und dann gibt es noch Firmen wie X, bei denen Gewinn ehr zweitrangig ist und es vor allem darum geht den faschistoiden Ideen des Besitzers eine Platform zu bieten.

    • RQG@lemmy.world
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      4 days ago

      Fraktionsvorsitzende, aber nicht Parteivorsitzende.

      Also eher ungenaue Titel.

  • schnurrito@discuss.tchncs.de
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    4 days ago

    dass die Tech-Unternehmen mit ihren süchtig machenden Algorithmen das Leben ihrer Nutzerinnen und Nutzer ruinieren

    Aha. Der Umstand, dass Leute Hobbys haben, die ihnen Spaß machen, “ruiniert also ihr Leben”, anstatt dass sie vielleicht (für manche) ihnen sogar einen Sinn im Leben geben, daran schon einmal gedacht …

    https://www.eff.org/cyberspace-independence wurde zwar schon vor ca. 30 Jahren geschrieben, aber an Relevanz hat es nicht eingebüßt.

    • thisfro@slrpnk.net
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      6
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      4 days ago

      Governments of the Industrial World, you weary giants of flesh and steel, I come from Cyberspace, the new home of Mind. On behalf of the future, I ask you of the past to leave us alone. You are not welcome among us. You have no sovereignty where we gather.

      Es sind nicht direkt Regierungen, aber Technofaschistische Milliardäre die genau dieselbe Scheisse abziehen.

      • schnurrito@discuss.tchncs.de
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        4 days ago

        Ich bin ja gar kein Fan von Meta oder Google oder X oder so … ich finde es sogar dringend notwendig, dass wir uns möglichst viel von deren Plattformen wegbewegen!

        Aber staatliche Regulierung kann nicht die Lösung sein, denn die macht es nur schwieriger, Alternativen aufzubauen. Meta und Google haben das Geld, sich Personal zu leisten, sich an so ziemlich jede staatliche Regulierung zu halten. Fediverse-Instanzen oder kleine Forenadmins nicht.

        • thisfro@slrpnk.net
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          4 days ago

          Kommt halt auf die entsprechende Regulierung an. Ich stelle mir z.B. vor, dass die Algorithmen offengelegt werden müssen (erfüllt Open-Source ja sowieso) oder dass andere Regulierungen erst ab grossen Nutzerzahlen greifen wie z.B. 1M Nutzer. Das würde im Fediverse nur mastodon.social treffen. Kann aber auch noch höher sein.

          • schnurrito@discuss.tchncs.de
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            4 days ago

            Ich stelle mir z.B. vor, dass die Algorithmen offengelegt werden müssen

            Problem ist, dass die m.W. oft auf neuronalen Netzen basieren und somit nicht einfach so offengelegt/verstanden werden können …

            Ich hab in der Vergangenheit ein paar Mal die Meinung geäußert, dass man es andenken könnte, algorithmische Empfehlungen von der Haftungsfreistellung für Inhalte von Benutzern auszunehmen, also zu sagen: wenn die Plattform etwas empfiehlt (und nicht nur chronologisch anzeigt), haftet sie auch rechtlich dafür. Das halte ich für das Einzige, wie man die Probleme mit “sozialen Medien” ohne große Kollateralschäden evtl. bekämpfen könnte. Es gibt auch Argumente dagegen, Techdirt hatte vor einigen Wochen einen Artikel, wo sie das Gegenteil argumentiert haben …

            Aber Plattformen haftbar zu machen, nur weil Leute sie gerne verwenden (“süchtig danach werden”), halte ich für absurd.

            • thisfro@slrpnk.net
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              4 days ago

              Technisch gesehen sind neuronale Netzte keine Alogrithmen, aber ja da hast du recht. Potentiell könnte man fordern, dass z.B. nur nachvollziehbare Algorithmen benutzt werden dürfen.

              Zwischen “gerne verwenden” und “süchtig danach sein” ist schon noch ein grosser Unterschied. Die Firmen machen das ja komplett absichtlich.

    • CyberEgg@discuss.tchncs.de
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      4 days ago

      Und inwiefern ist es ein Spaß machendes Hobby, sich in die Abgründe wirklich schädlicher Contentspiralen zu begeben, in denen kaputte Körperbilder oder toxische Geschlechterrollen veemittelt, unerreichbare Lebensstile vorgelebt oder User in die Spielsucht getrieben werden?
      Oder redest du von den Erstellern solcher Inhalte, die dringend eines Realitätschecks bedürfen und entweder zur Verantwortung gezogen oder selber dringrnd aufgeklärt werden müssten?

      • schnurrito@discuss.tchncs.de
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        4 days ago

        Und inwiefern ist es ein Spaß machendes Hobby, sich in die Abgründe wirklich schädlicher Contentspiralen zu begeben, in denen kaputte Körperbilder oder toxische Geschlechterrollen veemittelt, unerreichbare Lebensstile vorgelebt oder User in die Spielsucht getrieben werden?

        Wenn es den Leuten keinen Spaß machen würde, würden sie es doch nicht freiwillig in ihrer Freizeit tun, würde ich einmal vermuten/unterstellen?

        • thisfro@slrpnk.net
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          4 days ago

          Warum nehmen Menschen Drogen, obwohl sie ihnen schaden? Die meisten möchten keine Drogen nehmen (müssen), aber man ist halt abhängig.

          Ist bei social media ähnlich. Kenne viele, die sagen, sie würden es gerne nicht/weniger nutzen, tuns aber trotzdem.

          • schnurrito@discuss.tchncs.de
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            4 days ago

            Drogenabhängigkeit verändert das Gehirn physisch, das schaffen Inhalte im Internet wohl doch eher nicht.

            Aber ja, ich trete eigentlich eh auch dafür ein, alle Drogen zu legalisieren. Ist halt ein anderes Thema.

            • Freakazoid! @feddit.org
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              4 days ago

              doch, exakt das schafft das internet. man konnte auch seit jahren in mehreren studien und experimenten nachweisen, dass algorithmisch gesteuerte netzwerke extrem ähnliche auswirkungen auf unser hirn, insbesondere bei suchtverhalten, haben, wie sie von starken drogen wie nikotin, heroin etc. bekannt sind. und due ergebnisse sind replizierbar. der grund ist das permanente triggern der dopaminausschüttung

            • thisfro@slrpnk.net
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              4 days ago

              Drogenabhängigkeit verändert das Gehirn physisch

              Klar verändert sich das Gehirn (auch physisch, was u.a. auch Depressionen begünstigen kann), bei gewissen Drogen einfach noch stärker, da chemisch direkt in die neuronalen Prozesse eingegriffen wird.

              Aber es geht doch darum, negative Auswirkungen zu verhindern/verkleinern (analog z.B. Methanol bei Gebranntem). Es geht ja gerade explizit nicht darum, etwas zu verbieten, sondern zu regulieren, um den Schaden einzudämmen, was bei Drogen m.M.n. auch sinnvoll ist.

        • CyberEgg@discuss.tchncs.de
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          4 days ago

          Na, schön wärs wenn alles, was im Netz problematisch ist, in der Freizeit von Menschen erstellt würde, weil sie Spaß dran hätten.
          Wovon träumst du eigentlich nachts?