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Mit dem Urteil werde anerkannt, “dass die Tech-Unternehmen mit ihren süchtig machenden Algorithmen das Leben ihrer Nutzerinnen und Nutzer ruinieren”, sagte Reichinnek am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Notwendig sei nun “ein vollständiges Verbot genau dieser Algorithmen”. Verstöße müssten mit empfindlichen Geldstrafen geahndet werden.
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Aha. Der Umstand, dass Leute Hobbys haben, die ihnen Spaß machen, “ruiniert also ihr Leben”, anstatt dass sie vielleicht (für manche) ihnen sogar einen Sinn im Leben geben, daran schon einmal gedacht …
https://www.eff.org/cyberspace-independence wurde zwar schon vor ca. 30 Jahren geschrieben, aber an Relevanz hat es nicht eingebüßt.
Es sind nicht direkt Regierungen, aber Technofaschistische Milliardäre die genau dieselbe Scheisse abziehen.
Ich bin ja gar kein Fan von Meta oder Google oder X oder so … ich finde es sogar dringend notwendig, dass wir uns möglichst viel von deren Plattformen wegbewegen!
Aber staatliche Regulierung kann nicht die Lösung sein, denn die macht es nur schwieriger, Alternativen aufzubauen. Meta und Google haben das Geld, sich Personal zu leisten, sich an so ziemlich jede staatliche Regulierung zu halten. Fediverse-Instanzen oder kleine Forenadmins nicht.
Kommt halt auf die entsprechende Regulierung an. Ich stelle mir z.B. vor, dass die Algorithmen offengelegt werden müssen (erfüllt Open-Source ja sowieso) oder dass andere Regulierungen erst ab grossen Nutzerzahlen greifen wie z.B. 1M Nutzer. Das würde im Fediverse nur mastodon.social treffen. Kann aber auch noch höher sein.
Problem ist, dass die m.W. oft auf neuronalen Netzen basieren und somit nicht einfach so offengelegt/verstanden werden können …
Ich hab in der Vergangenheit ein paar Mal die Meinung geäußert, dass man es andenken könnte, algorithmische Empfehlungen von der Haftungsfreistellung für Inhalte von Benutzern auszunehmen, also zu sagen: wenn die Plattform etwas empfiehlt (und nicht nur chronologisch anzeigt), haftet sie auch rechtlich dafür. Das halte ich für das Einzige, wie man die Probleme mit “sozialen Medien” ohne große Kollateralschäden evtl. bekämpfen könnte. Es gibt auch Argumente dagegen, Techdirt hatte vor einigen Wochen einen Artikel, wo sie das Gegenteil argumentiert haben …
Aber Plattformen haftbar zu machen, nur weil Leute sie gerne verwenden (“süchtig danach werden”), halte ich für absurd.
Technisch gesehen sind neuronale Netzte keine Alogrithmen, aber ja da hast du recht. Potentiell könnte man fordern, dass z.B. nur nachvollziehbare Algorithmen benutzt werden dürfen.
Zwischen “gerne verwenden” und “süchtig danach sein” ist schon noch ein grosser Unterschied. Die Firmen machen das ja komplett absichtlich.
Und inwiefern ist es ein Spaß machendes Hobby, sich in die Abgründe wirklich schädlicher Contentspiralen zu begeben, in denen kaputte Körperbilder oder toxische Geschlechterrollen veemittelt, unerreichbare Lebensstile vorgelebt oder User in die Spielsucht getrieben werden?
Oder redest du von den Erstellern solcher Inhalte, die dringend eines Realitätschecks bedürfen und entweder zur Verantwortung gezogen oder selber dringrnd aufgeklärt werden müssten?
Wenn es den Leuten keinen Spaß machen würde, würden sie es doch nicht freiwillig in ihrer Freizeit tun, würde ich einmal vermuten/unterstellen?
Warum nehmen Menschen Drogen, obwohl sie ihnen schaden? Die meisten möchten keine Drogen nehmen (müssen), aber man ist halt abhängig.
Ist bei social media ähnlich. Kenne viele, die sagen, sie würden es gerne nicht/weniger nutzen, tuns aber trotzdem.
Drogenabhängigkeit verändert das Gehirn physisch, das schaffen Inhalte im Internet wohl doch eher nicht.
Aber ja, ich trete eigentlich eh auch dafür ein, alle Drogen zu legalisieren. Ist halt ein anderes Thema.
doch, exakt das schafft das internet. man konnte auch seit jahren in mehreren studien und experimenten nachweisen, dass algorithmisch gesteuerte netzwerke extrem ähnliche auswirkungen auf unser hirn, insbesondere bei suchtverhalten, haben, wie sie von starken drogen wie nikotin, heroin etc. bekannt sind. und due ergebnisse sind replizierbar. der grund ist das permanente triggern der dopaminausschüttung
Klar verändert sich das Gehirn (auch physisch, was u.a. auch Depressionen begünstigen kann), bei gewissen Drogen einfach noch stärker, da chemisch direkt in die neuronalen Prozesse eingegriffen wird.
Aber es geht doch darum, negative Auswirkungen zu verhindern/verkleinern (analog z.B. Methanol bei Gebranntem). Es geht ja gerade explizit nicht darum, etwas zu verbieten, sondern zu regulieren, um den Schaden einzudämmen, was bei Drogen m.M.n. auch sinnvoll ist.
Na, schön wärs wenn alles, was im Netz problematisch ist, in der Freizeit von Menschen erstellt würde, weil sie Spaß dran hätten.
Wovon träumst du eigentlich nachts?
niemand kann mir sagen, dass er in so ein container casino geht, weil das so eine quality time ist.