Sorry, aber sechs Menschenleben sind jetzt nicht so viel im Vergleich dazu, dass ich… [prüft Noten]… zehn Sekunden schneller an der nächsten roten Ampel stehen kann?! /s
Das ist ja gerade das, was einen so verzweifeln lässt: Wir wissen, dass Tempolimits Leben retten. Wir kennen auch noch mehr Maßnahmen, mit denen der Autoverkehr weniger tödlich werden könnte. Wir wissen, dass die alle nicht dramatisch sind. Trotzdem überall hysterisches Gekreische und Gejaule.
Was dem Amerikaner seine Waffe, ist dem Deutschen sein Auto.
Diese Debatten werden ideologisch, emotional und hysterisch in den jeweiligen Ländern geführt. Menschen aus Nachbarländer schütteln da nur den Kopf.
Man könnte so viele tolle Dinge tun, aber halt nicht mit einem Kanzler Merz.
Bei aller Verachtung für Merz: vorher hat’s ja auch nicht geklappt.
Es ist ein bisschen übertrieben, besonders an bestimmten Punkten der Stadt. […] Vor allem auf breiten, mehrspurigen Straßen “wirst du mit Tempo 30 zum Verkehrshindernis”, sagt Iotti.
Das erkläre mir mal einer. In einer Tempo 30 Zone ist man mit 30 km/h höchstens ein Verkehrshindernis für die, die zu schnell fahren. Und selbst die hätten theoretisch auf einer mehrspurigen Straße die Möglichkeit illegalerweise zu überholen. Es seidenn der Verkehr ist so dicht, dass ein Überholen nicht möglich ist. Dann wiederum ist eine Geschwindigkeitsbegrenzung ja gerade besonders angebracht.
Wir reden von einem Land, wo alle Blitzer mit genügend Vorwarnung klar gekennzeichnet werden müssen und wo man gehupt wird, wenn man bei der Zebrastreifen sich nicht bedankt, wenn der/die rübergehen gelassen wird. Niemand fährt nach Tempolimit, und es stimmt dass man sich als Hindernis fühlen kann. Ein Grund dafür ist auch, dass sinnlose Tempolimits mal zu finden sind. Fahre selber tendenziell deutlich schneller in Italien, weil man sich (wieder, habe dort bis Ende des Studiums gelebt) anpasst.
Dann ist die Lösung also ein Kulturwandel, konsequenteres / härteres Durchgreifen der Polizei und evtl mehr bauliche Maßnahmen zur Erzwingung der Tempolimits. Was keine Lösung ist: die, die sich korrekt verhalten, als “Hindernis” beschimpfen und anderweitig anfeinden.
Die Sachen, die du erwähnst, sind Teil der Gründen, die mich nach Deutschland gezogen haben und mich hier wohler fühlen lassen (Kultur, strengere Ordnungskraft, Straßenführung). Und mMn ist “Kultur” leider der am allerhöchsten Stelle und nicht durch die andere Maßnahmen ersetzbar - leider weil ich es sich überhaupt nicht leicht verändern lässt.
So etwas kann nur mit allen bzw. mehreren Maßnahmen gemeinsam funktionieren, klar. Aber ein Kulturwandel kann in meinen Augen auf jeden Fall dadurch begünstigt und beschleunigt werden, wenn einerseits durch Aufklärung und andererseits “Anreize”, also empfindliche Strafen bei Fehlverhalten z.b., gelenkt wird.