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Schon als Jugendlicher, als Ulrich C. noch in Köln lebte und einen anderen Namen trug, trat er nach taz-Recherchen in die rechtsextreme NPD ein. Es folgte ein Weg durch fast alle Parteien, die damals in der Neonazi-Szene Bedeutung hatten. Er machte bei der „Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei“ (FAP) mit, die 1995 verboten wurde. 1994 war er Kandidat der „Deutschen Liga für Volk und Heimat“ bei der Kommunalwahl in Köln. In Antifa-Archiven findet sich für das Jahr auch eine Teilnahme von Ulrich C. an einem denkwürdigen Aufmarschversuch in Luxemburg. Neonazis wollten dort Hitler-Stellvertreter Rudolf Hess gedenken, auch Szenegrößen wie Siegfried „SS Siggi“ Borchardt reisten an. Der Ausflug endete für sie im Debakel: Die luxemburgische Polizei zerschlug den Aufmarsch rabiat, nahm die Neonazis fest. Ulrich C. aber machte weiter, war später im Kölner „Bund Nationaler Kameraden“ aktiv, 1998 handelte er sich bei einem Szenekonzert in Düsseldorf ein Verfahren wegen „Sieg Heil“-Rufen ein.
Und es blieb nicht bei Worten. Nach taz-Informationen fiel Ulrich C. seit 1991 mehrfach auch wegen Körperverletzungen oder Widerstandshandlungen auf, einmal schoss er einem Mann mit einem Luftgewehr ins Bein. 2009 wurde er in Köln dann gar wegen Mordes zu 15 Jahren Haft verurteilt. Der Anlass war auch hier banal, die Gewalt fürchterlich: Er hatte seine 27-jährige Mitbewohnerin nach einem Streit um 50 Euro mit massiven Schlägen und Tritten gegen den Kopf und Oberkörper attackiert, sie dann mit zwei Messerstichen in die Brust getötet und ihr mit einem Luftgewehr in den Kopf geschossen. Nach dem Mord vergewaltigte C. sein Opfer. Die Staatsanwaltschaft forderte eine lebenslange Haftstrafe. C. wurde aber als vermindert schuldfähig erklärt, da er bei der Tat fast drei Promille Alkohol im Blut hatte.
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Man könnte eine Strafmaß-Minderung von einem erfolgreichen Entzug abhängig machen.
Und grundsätzlich mal darüber nachzudenken, diesen Menschen zu helfen von den Drogen wegzukommen, statt, wie jetzt z.B. in Köln geplant, den Drogenkonsum noch einfacher zu machen.
Welche Maßnahmen sind denn genau geplant? Hast du da einen Artikel zu?
Wieso, willst Du da hinziehen?
Meiner Erfahrung nach ist die Aussage “die wollen den Drogenkonsum noch einfacher machen” normalerweise entweder eine glatte Lüge oder eine drastisch missverstandene und verkürzte Darstellung von Maßnahmen, die den Konsum sicherer machen soll.
Da ich aber keine versehentlichen Strohmänner abbrennen will, frage ich lieber vorher nochmal nach, worum es im Detail tatsächlich geht.
Und die implizierte Unterstellung in deinem Kommentar kannst du dir getrost sonstwohin schieben.
Ach, den Konsum illegaler Drogen sicherer zu machen macht ihn nicht einfacher? Das ist kein Magnet für Junkies?
Frag mal die Leute, die Drogenhotspots ertragen müssen.
Nein, sicherer ≠ einfacher. Sicherer heißt weniger Drogentote, weniger durch unsicheren Konsum verursachte weitere Erkrankungen wie AIDS und Hepathitis (spart dem Gesundheitssystem auch Geld, nebenbei), weniger für andere Menschen gefährliche Abfälle (wie gebrauchte Spritzen) etc. Und es ist obendrauf noch einfacher, Suchtkranken Informationen über Zugänge zu Behandlungsmöglichkeiten zukommen zu lassen.
Hab mich soeben gefragt, vielen Dank auch.
Btw hab ich jahrelang als Security in Gegenden mit viel öffentlichem Konsum gearbeitet. Ich kannte viele “Junkies” und habe gesehen, wie sich die eine oder andere dieser Gegenden durch die Einrichtung von Rückzugsorten zum sicheren Konsum entwickelt haben, sogar im Vergleich zu Gegenden, in denen andere Maßnahmen ausprobiert wurden, wie zum Beispiel erhöhte Polizeipräsenz oder Beleuchtung von Drückecken (gerne auch in einem Lichtspektrum, dass Venen optisch verschwinden lässt, das Drücken also erschwert). Drei mal darfst du raten, welche Gegenden durch welche Maßnahmen angenehmer oder unangenehmer wurden.
Spoiler: in Gegenden mit Maßnahmen zum sicheren Konsum habe danach deutlich lieber gearbeitet. Weniger gebrauchte Spritzen und weniger menschliche Ausscheidungen in dunklen Ecken oder Spielplätzen (die, in denen die Geldautomaten stehen) sind meiner bescheidenen Meinung nach eine positive Entwicklung.
Es würde dem Gesundheitssystem deutlich mehr sparen, wenn diese Leute Entzug machen würden statt in ihrem Problem zu verweilen, besonders wenn es ihnen noch einfach gemacht wird.
Mag sein, dass weniger gebrauchte Spritzen herumfliegen, dafür gibt es dann in der Gegend aber mehr Junkies.
Und wie viele davon legal an das Geld für den Stoff kommen, ist noch ein anderes Thema.
Wie oft muss ich dir eigentlich noch sagen, dass man Menschen nicht so ohne weiteres zu einer Behandlung zwingen kann? Wenn du willst, dass Suchtkranke (bitte lass den abwertenden Begriff stecken, danke) sich behandeln lassen und in Entzug begeben, dann muss man die Krankheit entstigmatisieren und es den Suchtkranken einfach machen, sich in Behandlung zu begeben. Ein Faktor darin sind solche Konsumräume.
Ich finde es.ehrlich gesagt unmöglich, wie du über kranke Menschen sprichst, die sowieso schon zu den schwächsten Menschen der Gesellschaft gehören. Klar gibt es Beschaffungskriminalität. Dazu gehören oft aber auch Tatfelder, in denen die Kranken sich selber wieder mehr schaden, zum Beispiel durch Prostitution.
Etwas mehr Empathie für kranke Menschen würde dir wirklich gut zu Gesicht stehen.
Danke, davon hatte ich genug, als ich im Krankenhaus in der Nähe eines Drogenhotspots gearbeitet habe. Damals hat man auch schon mal so Gutmenschenprojekte mit den Junkies versucht. Ergebnis: Mehr Arbeit in der Notfallaufnahme. Dann müssen die auf Station auf ihre Medikamente aufpassen - auch auf die, die an andere Patienten verteilt wurden. Und kaum hat man sie halbwegs wieder auf dem Damm, hauen sie ab, um sich wieder irgendwelchen Dreck reinzuspritzen.
Da hat eigentlich keiner ein Interesse, von der Sucht loszukommen. Und die, die es behaupten, schaffen es auch nicht.
Wenn sie durch ihre Sucht nur sich selber kaputtmachen würden, wäre das eine Sache. Aber ihre gelebte Verantwortungslosigkeit schadet anderen, und dazu kommt ihr Desinteresse, daran was zu andern.