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  • Das empfinde ich nicht so. Unsere Gesellschaft basiert, zumindest dem Grundsatz nach, darauf das alle gleich sind…unabhängig von der Berufswahl.

    Dazu stößt mir sauer auf, dass gerade die kleinen landwirtschaftlichen Betriebe ohne massive Subventionen nicht mehr existieren würden… gleichzeitig aber genau diese Gruppe sich vehement dagegen wehrt wenn der Rest der Gesellschaft (der die Subventionen erwirtschaftet) Änderungen bei Tierwohl, Umweltschutz usw. fordert.

    /edit: Die tatsächliche Politk des DBV ist mir durchaus bekannt. Aber leider ist es so dass meinem Eindruck nach die kleinem Landwirte dann protestieren wenn der DBV pfeift… entgegen ihrer eigenen Interessen. Insofern sei es mir verziehen wenn ich hier nicht zwischen DBV und Bauern trenne.






  • Ist alles richtig.

    Ich sehe es allerdings so:

    Die Probleme die du aufzählst sind auch in der EU bekannt, deswegen enthält das Abkommen Klauseln, dass sich die Importgüter an europäische Lebensmittelrichtlinien halten müssen. Es ist also nicht so, dass wir jetzt unsere Standards komplett zugunsten der geringeren lateinamerikanischen abschaffen.

    Zur Umweltthematik:

    Aus dem oben genannten Grund halte ich es für duchaus möglich, dass sich durch das Handelabkommen langfristig auch die Standards in Südamerika erhöhen (an der Stelle wieder: Auch gegen das Lieferkettengesetz hat der Bauernverband mobil gemacht https://www.bauernverband.de/dbv-positionen/positionen-beschluesse/position/kritische-dbv-position-zum-geplanten-lieferkettengesetz-1) . Denn für unsere Regelungen gibt es gute Gründe (Umweltschutz, Verbraucherschutz, weniger Tierquälerei) die auch Menschen in anderen Weltteilen einleuchten. In diesem Zusammenhang, und bei der Bretachtung Brasiliens, wäre es auch wichtig zu erwähnen, das mit Lula grade eine eher sozialdemokratischer Präsident an der Macht ist, der bspw. auch Programme gegen illegale Abholzugn auf den Weg gebracht hat. Man ist sich des Problems also durchaus bewusst. Als Handelspartner kann Europa hier auch deutlich mehr Einfluss geltend machen anstatt als unbeteiligter Drittstaat mit erhobendem Zeigefinger.

    Eine weitere Frage die sich mit stellt ist, was die Alternative sein soll? Aus meiner Sicht betrachtet eine Mehrheit der Deutschen die Wirtschaft und ihr Wachstum als oberstes Staatziel. Die demokratische Grundordnung wird akzeptiert, solange sie Wohlstand verspricht. Wenn die EU von China und USA geschasst sowie von deren Märkten ausgeschlossen wird und sich gleichzeitig keine neuen Märkte eröffnen gehen grade im Exportland Deutschland (nebenbei größer netto-Zahler der EU) bald die Lichter aus. Dann wird noch stärker rechts gewählt als bisher. Da es sich bei den heutigen rechten um rechts-libertäre handelt, werden all die hart erkämpften Standards die du oben beschreibst absehbar aufgeweicht und abgeschafft werden. Als Beleg für diese Prognose sehe ich das Verhalten von Donald Trump der in all diesen Bereichen Rückschritte eingeleitet hat um seinen reichen, gewissenlosen Spendern und Freunden bessere Geschäfte zu erlauben.

    Was schlägst du also vor wie wir es schaffen den Laden hier stabil zu halten OHNE neue Handelsabkommen abzuschließen?








  • Mmn sieht populistische konservative Politik halt ,Gesetzte verschärfen" immer als Lösung für alles, denn mehr Details würde der Wähler ohnehin nicht verstehen. Nicht erwähnt wird dabei das eigentliche Problem: Mit all den Daten, die da erhoben werden, muss hinterher auch jemand arbeiten und sie auswerten. Selbst wenn das eine funktionierende Präventionsstrategie wäre, haben die Polizei und Dienste nicht die Kappazitäten sich durch die Datenberge verdächtiger Bürger zu wühlen um die eine Nadel im Heuhaufen zu finden. Ich meine wie oft hört man, nicht nur bei uns sondern auch auswärts, ,der Täter war polizeibekannt / nachrichtendienstlich erfasst". Heißt man hätte, wenn man denn die Daten auswerten könnte, vielleicht die Tat verhindern können… aber es mangelt eben nicht an Gesetzen sondern Ressourcen. Die Alternative ,mehr Personal" statt ,härtere Gesetzte" würde aber tatsächlich Geld kosten… daher ist Gesetze verschärfen um den EIndruck von Aktionismus zuerwecken immer beliebter. Und ja, Mord, Diebstahl, Terrorismus war vorher schon schwer strafbar… aber einen emotionsgetriebenen Täter hält das Strafmaß eben nachweislich nicht ab. Verschärfungen im Wirtschaftsstrafrecht wären hingegen mal was sinnvolles… dort rechnen die Täter nämlich ob es sich lohnt erwischt zu werden, aber ich denke das ist von CxU nicht zu ertwarten.