Die Kritiker verweisen darauf, dass eines der wichtigsten Ziele des Screenings nicht erreicht wurde. Die Sterblichkeit wurde nämlich nicht gesenkt. Im Gegenteil, denn auch die Todesfälle durch Hautkrebs sind in den vergangenen 20 Jahren stark angestiegen: Um rund 60 Prozent, wie das Statistische Bundesamt ermittelt hat. Durch das Screening kommt es also zu mehr Diagnosen und Behandlungen, aber nicht zu weniger Todesfällen durch Hautkrebs.

  • Tiptopit@feddit.org
    link
    fedilink
    arrow-up
    11
    ·
    2 days ago

    Mir fehlt hier die entscheidende Datenverbindung: 1. Wie ist die Mortalitätsrate bei den Personen, die regelmäßig zum Screening gehen und 2. In welchem Verhältnis steht die Anzahl an Personen, die an Hautkrebs sterben zu der Anzahl an Erkrankten.

    Wenn Personen die regelmäßig zum Screening gehen sehr selten an Hautkrebs versterben, wäre der korrekt Schluss eher das Screening offensiver zu bewerben.

    • CyberEgg@discuss.tchncs.de
      link
      fedilink
      arrow-up
      4
      ·
      1 day ago

      Nö, dann hast du nur eine weitere Korrelation. Was zusätzlich fehlt ist die Vergleichbarkeit von Testgruppen, also inwiefern sich die Lebensweisen von Menschen unterscheiden, die zum Screening gehen und denen, die nicht zum Screening gehen. Setzen sich Menschen, die sich regelmäßig absuchen lassen, vielleicht insgesamt auch weniger Risikofaktoren aus? Der größte Risikofaktor, den man tatsächlich auch beeinflussen kann, ist das Maß an ultravioletter Strahlung, der man sich aussetzt. Also Sonnenbaden, ohne Schutz in der Sonne arbeiten, Solariumbesuche etc.
      Man müsste also feststellen, ob Menschen, die regelmäßig zum Screening gehen, seltener an Hautkrebs sterben, und wenn ja müsste man z.B. feststellen, wie viel Sonnenstrahlung sich diese Menschen aussetzen versus wie viel Sonnenstrahlung Menschen sich aussetzen, die nicht regelmäßig zum Screening gehen (und obendrein noch ein paar andere Faktoren normalisieren).