Verkehrsminister Schnieder hat Großes vor: Er will die Bahn pünktlicher machen - mit einer "Taskforce" und einem Paket aus 22 konkreten Maßnahmen. Ein Vorschlag: Sogenannte Jokergleise sollen volle Bahnhöfe entlasten.
Ich kenne nur die Joker-Gleisänderungen. Wo man am laut Fahrplan und Erfahrung am korrekten Gleis steht, auf der Anzeigetafel steht der Zug nicht, aber auch nichts von einer Gleisänderung. Durchsage gibt es auch keine. Aber wenn man zwei Minuten vor Abfahrt in der Bahnapp nachschaut, dann fährt der Zug pünktlich von einem Gleis am Anderen Ende des Bahnhofs mit 20 Bahnsteigen. Wenn man dann völlig aus der Puste dort ist, weil man rennen musste steht dann dort auf der Anzeigetafel, dass der Zug 20 Minuten Verspätung hat.
Wenn ich mir die Leitstelle des örtlichen Hauptbahnhofs vorstelle, dann ist das immer ein Geschwader Gänse die wild honkend durcheinander laufen, Papier in die Luft werfen und mit den Schnäbeln zufällige Daten in Computer hacken.
Auf meinem alten Pendelweg bin ich wegen solchen Späßen auch von Zug mit zwei Umstiegen zu Fahrrad + U-Bahn + Bus umgestiegen, auch wenn es mich eine halbe Stunde länger gekostet hat. Dort brauchte ich mich nur rein setzen und konnte während der Zeit lesen oder Musik hören. Bei der Bahn muss man permanent wachsam sein, dass man nicht mit falschen Anzeigetafeln gegaslightet wird, keine vitale Information in einer verzerrten, abgehakten Durchsage verpasst, muss die aktuelle Verspätung tracken und gegen die Verspätung des Anschlusszuges aufrechnen und ggf. blitzschnell umdisponieren damit man beim Ausstieg gleich weiß wo man hinrennen muss, andernfalls sitzt man irgendwo 40min an einem Gammelbahnhof in der Pampa. Das war mir einfach zu viel Stress irgendwann.
Quatsch nicht anders möglich… siehe Japan und Schweiz, hast du bestimmt schon öfter gehört. Österreich bekommt es auch besser hin. Wir müssen nur mehr Geld in den Saftladen stecken und zumindest teilweise (alles was die Infrastruktur betrifft) wieder verstaatlichen. Profitorientiertes Wirtschaften funktioniert bei Infrastruktur einfach nicht und dann leiden Alle die darauf angewiesen sind.
Japan kann man nicht mit Deutschland vergleichen, da in Japan jeder Zugbetreiber seine eigenen Gleise hat. Wie es in Österreich läuft, keine Ahnung, aber ich glaube auch, dass die da mehr Geld bereit stellen. Deutschland ist leider eine Autonation und die Bahn nur das unbeliebte Stiefkind
Glaube ich dir gerne. Als Außenstehender ist es dennoch immer schwierig nachvollziehbar, wie es überhaupt zu diesen Abweichungen kommen kann. Wenn der Zug außerplanmäßig an einem anderen Gleis fährt und dort auch angezeigt wird, ist die Information ja scheinbar Bahn-intern vorhanden. Wieso wird sie dann nicht auch live auf allen Kanälen zur Verfügung gestellt?
Ich hatte auch schon, dass ich IM Zug (EC) saß, der Zug permanent etwa dreißig Minuten verspätet hatte, laut Bahn-App aber pünktlich alle Bahnhöfe erreichte, d.h. dort stand, er sei bereits am nächsten Bahnhof abgefahren, obwohl wir noch auf halber Strecke dorthin warten.
Sind diese ganzen Systeme (Stellwerke, Bahn App, Anzeigetafeln am Gleis, Anzeigetafeln in der Bahnhofshalle, GPS-Standort des Zuges etc.) technisch wirklich getrennt voneinander und müssen ständig manuell von Menschen synchron gehalten werden?
Ich kann zwar nur für den Teil am Bhf sprechen, aber da ist es sehr oft kein technisches, sondern ein menschliches Problem. Wenn ein Gleiswechsel erst kurz vor Knäckebrot eingegeben wird kann es auch erst dann ausgegeben werden. Wir werden öfters ‘untersucht’ von allen möglichen Leuten, die alle zu dem Ergebnis kommen: joa. Alles gemäß Richtlinie, die sich auf den Zeitpunkt der Dispo bezieht.
Dennoch: mehr automatisieren geht definitiv. Hakt leider an anderen Stellen, die sehr oft wieder beim Unwillen von Menschen landen
Ich kenne nur die Joker-Gleisänderungen. Wo man am laut Fahrplan und Erfahrung am korrekten Gleis steht, auf der Anzeigetafel steht der Zug nicht, aber auch nichts von einer Gleisänderung. Durchsage gibt es auch keine. Aber wenn man zwei Minuten vor Abfahrt in der Bahnapp nachschaut, dann fährt der Zug pünktlich von einem Gleis am Anderen Ende des Bahnhofs mit 20 Bahnsteigen. Wenn man dann völlig aus der Puste dort ist, weil man rennen musste steht dann dort auf der Anzeigetafel, dass der Zug 20 Minuten Verspätung hat.
Wenn ich mir die Leitstelle des örtlichen Hauptbahnhofs vorstelle, dann ist das immer ein Geschwader Gänse die wild honkend durcheinander laufen, Papier in die Luft werfen und mit den Schnäbeln zufällige Daten in Computer hacken.
Auf meinem alten Pendelweg bin ich wegen solchen Späßen auch von Zug mit zwei Umstiegen zu Fahrrad + U-Bahn + Bus umgestiegen, auch wenn es mich eine halbe Stunde länger gekostet hat. Dort brauchte ich mich nur rein setzen und konnte während der Zeit lesen oder Musik hören. Bei der Bahn muss man permanent wachsam sein, dass man nicht mit falschen Anzeigetafeln gegaslightet wird, keine vitale Information in einer verzerrten, abgehakten Durchsage verpasst, muss die aktuelle Verspätung tracken und gegen die Verspätung des Anschlusszuges aufrechnen und ggf. blitzschnell umdisponieren damit man beim Ausstieg gleich weiß wo man hinrennen muss, andernfalls sitzt man irgendwo 40min an einem Gammelbahnhof in der Pampa. Das war mir einfach zu viel Stress irgendwann.
Klassiker, aber leider manchmal nicht anders möglich.
Quatsch nicht anders möglich… siehe Japan und Schweiz, hast du bestimmt schon öfter gehört. Österreich bekommt es auch besser hin. Wir müssen nur mehr Geld in den Saftladen stecken und zumindest teilweise (alles was die Infrastruktur betrifft) wieder verstaatlichen. Profitorientiertes Wirtschaften funktioniert bei Infrastruktur einfach nicht und dann leiden Alle die darauf angewiesen sind.
Japan kann man nicht mit Deutschland vergleichen, da in Japan jeder Zugbetreiber seine eigenen Gleise hat. Wie es in Österreich läuft, keine Ahnung, aber ich glaube auch, dass die da mehr Geld bereit stellen. Deutschland ist leider eine Autonation und die Bahn nur das unbeliebte Stiefkind
Glaube ich dir gerne. Als Außenstehender ist es dennoch immer schwierig nachvollziehbar, wie es überhaupt zu diesen Abweichungen kommen kann. Wenn der Zug außerplanmäßig an einem anderen Gleis fährt und dort auch angezeigt wird, ist die Information ja scheinbar Bahn-intern vorhanden. Wieso wird sie dann nicht auch live auf allen Kanälen zur Verfügung gestellt?
Ich hatte auch schon, dass ich IM Zug (EC) saß, der Zug permanent etwa dreißig Minuten verspätet hatte, laut Bahn-App aber pünktlich alle Bahnhöfe erreichte, d.h. dort stand, er sei bereits am nächsten Bahnhof abgefahren, obwohl wir noch auf halber Strecke dorthin warten.
Sind diese ganzen Systeme (Stellwerke, Bahn App, Anzeigetafeln am Gleis, Anzeigetafeln in der Bahnhofshalle, GPS-Standort des Zuges etc.) technisch wirklich getrennt voneinander und müssen ständig manuell von Menschen synchron gehalten werden?
Die Systeme sind über Schnittstellen verbunden, aber da kann es halt zu Fehlinformationen kommen.
‚ das ist ein Softwareproblem, da kann man leider nichts machen‘
Ich kann zwar nur für den Teil am Bhf sprechen, aber da ist es sehr oft kein technisches, sondern ein menschliches Problem. Wenn ein Gleiswechsel erst kurz vor Knäckebrot eingegeben wird kann es auch erst dann ausgegeben werden. Wir werden öfters ‘untersucht’ von allen möglichen Leuten, die alle zu dem Ergebnis kommen: joa. Alles gemäß Richtlinie, die sich auf den Zeitpunkt der Dispo bezieht.
Dennoch: mehr automatisieren geht definitiv. Hakt leider an anderen Stellen, die sehr oft wieder beim Unwillen von Menschen landen