Aufmerksamkeitspolitik„Immer mehr Menschen merken, dass etwas nicht stimmt“
Meta & Co stehlen unsere Aufmerksamkeit, sagt die Filmemacherin Alyssa Loh. Einzeln kämen wir dagegen nicht an […]
taz: Warum können wir uns so schlecht von unseren Bildschirmen lösen?
Loh: Weil es eine Multibillionen-Dollar-Industrie gibt, deren zentrales Ziel es ist, uns an unsere Geräte zu fesseln. Die bestbezahlten und -ausgebildeten Ingenieur*innen der Welt entwickeln dafür ausgeklügelte Technologien. taz: Technologien wie das Infinite Scroll, also das unendliche Nachladen von Bildern und Videos bei Tiktok und Co?
Loh: Genau. Infinite Scroll zählt zu den Dark Patterns, also jenen Designmerkmalen von Software und Geräten, die darauf ausgelegt sind, uns süchtig zu machen. Besonders Smartphones sind voll davon. Sie sind nicht so konzipiert, dass wir damit tun können, was wir wirklich wollen.
Übrigens kann msn z.B. die taz auch im Gemini-Netzwerk lesen (gemini://taz.de). Das ist ein Aufmerksamkeitssparend designtes System für Text und Medien, ohne Ads,Trackking, JavaScript, Infinite Scroll und so weiter. Mehr hierzu unter https://geminiprotocol.net/ .


Ich habe ein Handy mit Stock Android bzw AndroidOne. Also abgesehen von den Google Apps keine Bloatware.
Außerdem abgesehen von Lemmy keine weiteren Social Media Apps und Accounts mehr. Mit dem Lemmy Feed bin ich dann oft recht bald durch und dann gibt’s nichts unterhaltsames mehr auf dem Telefon, abgesehen von meiner Kreuzworträtsel App, die vor allem vor dem Einschlafen zum Einsatz kommt.
Über Nacht ist das Telefon im Do not Disturb Modus. Da kommen nur Notfallkontakte durch.
Ich merke trotzdem noch wie ich ganz automatisch nach dem Telefon greife, wenn ich Leerlauf habe. Dem versuche ich mit mehr Achtsamkeit zu begegnen und mich dann zu fragen, was ich gerade eigentlich möchte. Wenn ich darauf keine konkrete bzw sinnvolle Antwort habe, lege ich es wieder weg.